Sonntag, 1. Juni 2014

Episode 1 revisited

Ich bin ein ordentlicher Mensch. Was gewisse Dinge angeht. Eher unwichtige Dinge. Dinge, die wohl den meisten nicht so wichtig, mir aber schon. Meine iTunes-Sammlung zum Beispiel. Oder die Anordnung meiner Filme auf DVD und Blu-Ray (das gestaltet sich aus Regalmangel allerdings schwierig, aber das ist ein anderes Thema). 

Ich habe zudem das eine oder andere Mal Lust, mir mal wieder die Star Wars-Filme anzuschauen, doch der oben beschriebene "Fimmel" führt dazu, dass ich mich verpflichtet fühle, dann auch die ersten drei Filme zu schauen. Also Episode 1 bis 3. Sie stehen links neben der klassischen Trilogie (gekauft aus eben jenen Beweggründen, die mich penibel auf meine iTunes-Bibliothek achten lassen), doch selten geschaut. Die jeweiligen Kino-Enttäuschungen waren einfach viel zu groß.

Heute war es aber mal wieder so weit und ich machte mich dann doch mal an Episode 1. Man fängt ja auch mit dem ersten Kapitel eines Buches an, oder? Um es kurz zu machen, die Erfahrung war grauenhaft. Der Film ist mindestens genau so schlecht, wie ich ihn in Erinnerung habe. Jar Jar Binks ist da ja noch das einfachste Ziel der Häme (was heißt eigentlich "Häme", schließlich hat ER MICH gequält), aber das ALLERSCHLIMMSTE, ja ich meine das "Allerschlimmste" in Versalien, ist immer noch Anakin Skywalker in diesem Film. Ich kenne Darsteller Jake Lloyd nicht persönlich und das ist ganz und gar keine Kritik an seiner Person, aber es hat bis 2008 gedauert, bis ich Kinder in einem Film wieder so unsympathisch fand, wie Anakin in Episode 1. Das war in dem großartigen Horrorfilm "Eden Lake", nur dass dies erstens ein richtig guter Film war und zweitens aufgrund toller schauspielerischer Leistungen der Jugendlichen so sein sollte (schließlich stellten sie die Bedrohung in einem Horrorfilm dar). 

Episode 1 allerdings, der sowieso übertrieben auf junge Kinder als Zielgruppe schielt, hatte solches sicherlich nicht im Sinn. Vermutlich sollte Anakin sogar eher die Identifikationsfigur für die jungen Zuschauer sein. Heraus gekommen ist ein neunmalkluger, durch und durch unsympathischer und furchtbar grimassierender zukünftiger Darth Vader. Schon das Pod-Rennen, so eine Mischung aus Wagenrennen in Ben Hur und Mario Kart (hach, eine Mario Kart-Referenz rechtfertigt doch wohl das Thema in einem Blog namens "Bock auf Zock", oder?) geht gehörig auf die Nerven, denn der kleine xxxxx (ich will jetzt nicht zotig werden) hat natürlich einen viel zu großen Helm auf seiner kleinen Bumsrübe und rüttelt dauernd an irgendwelchen Knöpfen, um Probleme im Rennen zu lösen. Aber nein, der Film und dieser Charakter verlieren mich endgültig im finalen Kampf: der junge Anakin in einem Raumschiff mit einem noch größeren Helm, der den Tag rettet. Die sowieso schon gigantischen Unsympathiewerte kulminieren dann in einem kindlichen "oops", nachdem der kleine "Racker" nach Rütteln an irgendwelchen Knöpfen das feindliche Raumschiff zerlegt. Da wünsche ich mich jedes Mal an den Eden Lake, um dort mal gepflegt zu zelten.

Er hat "Ooops" gesagt...
Ich erlebe es ja des Öfteren, dass ich Filme wieder entdecke und feststelle, dass sie viel besser sind, als meine Erinnerung daran. Episode 1 fällt nicht in diese Kategorie. Jetzt bin ich mir sehr unsicher, wie ich mit meiner kommenden (eh knapp bemessenen) Freizeit umgehen soll: soll ich weiter meinem Ordnungsdrang folgen und Episode 2 anschauen? Mit dem unsympathischen und farblosen Hayden Christensen in einer drögen Liebesgeschichte, die auf einem Niveau ist, wie die erste Hälfte von Pearl Harbour? Oder soll ich direkt zu Episode IV springen? Oder sollte ich einfach Mario Kart 8 spielen? Ach ja, Mario Kart 8 ist brillant! Kauft euch eine Wii U, wenn ihr noch keine habt. Aber das nur so nebenbei...

Dienstag, 13. Mai 2014

Experiment misslungen - Patient tot?

Das war wohl nix. Das "interaktive TV-Experiment" QuizDuell machte dieser Bezeichnung bei der Jungfernfahrt gestern alle Ehre. Viel mehr technische Probleme kann eine Sendung wohl nicht haben. Und für Jörg Pilawa war diese Stunde wohl gefühlt deutlich länger als 60 Minuten…

Konnte man wenige Tage vorher noch einen zuversichtlichen Pilawa über "15.000" Server schwadronieren hören und dass da "gar nix passieren kann", so sah die Realität gestern anders aus, denn es klappte gar nichts. Statt gegen Tausende an ihren Smartphones spielten die Kandidaten gegen das Studiopublikum. Und selbst das klappte nicht wirklich, so beschwerte sich einer der Zuschauer im Studio lautstark, dass die Kategoriewahl nicht funktionieren würde, kurz nachdem Pilawa erzählte, dass die Kategorie "Glaube & Religion" zu den unbeliebtesten gehört und diese prompt "gewählt" wurde.

Ohne die interaktive Komponente blieb nur ein unausgereiftes, wie unattraktives Quiz übrig, das nicht gegen so ziemlich jede andere etablierte Rate-Sendung im TV mithalten kann. Die offizielle Begründung für die technischen Probleme ist ein Hacker, der alle 15.000 Server blockiert. Mag sein, aber nicht nur ich hatte spontan Zweifel daran. Die Medienreaktionen auf die Sendung sind nämlich eher vernichtend und zweifeln ebenso an den Erklärungsversuchen.

Interessant ist zudem, dass besonders die Games-Medien hart mit der Sendung ins Gericht gehen. Ein IGN-Artikel spricht von "Pannenshow". Und weiter: "Stattdessen spielte das Studio-Team gegen das Studio-Publikum, während Jörg Pilawa zu retten versuchte, was es noch zu retten gab. Dabei kam ihm seine jahrelange Erfahrung aus unzähligen Stunden Seniorenbespaßung zugute. Außerdem konnte er alle Schuld am Scheitern auf die bösen Hacker abwälzen bzw. „Computerfreaks“, wie sie der Moderationsfreak fachkundig bezeichnete."

Ich bin jetzt kein großer Pilawa-Fan, noch liegt mir die Sendung besonders am Herzen, doch ich finde es gut, wenn es Mobile Games oder Apps es in die breite Öffentlichkeit schaffen, sind sie doch dank der Verbreitung von Smartphones und Tablets längst ein fester und beträchtlicher Bestandteil unseres Lebens. Die Premierensendung war zwar wirklich eher Anti-Werbung für die App, doch diese Art von Häme halte ich für unpassend. Immerhin versuchen sie etwas Neues. Was ist die Alternative? Mehr scripted reality? Oder mehr Kochshows? NBC GIGA hat schon vor mehr als 10 Jahren gezeigt, wie interaktives Fernsehen aussehen kann, ein funktionierendes QuizDuell in der ARD wäre eine durchaus wünschenswerte "Fortsetzung" (inhaltlich will ich GIGA und QuizDuell aber ausdrücklich nicht vergleichen).

Mal sehen, was die zweite Sendung bringt. Immerhin wurde dem angeblichen Hacker "Straffreiheit" angeboten wenn er sich stellt. Vielleicht bringt es ja was…

Montag, 12. Mai 2014

Lass mich raten... Die neue (?) Lust am Quizzen.

Heute Abend ist es so weit. Um 18 Uhr startet das "interaktive TV-Experiment" (O-Ton Jörg Pilawa) QuizDuell im ersten Deutschen Fernsehen. In der Sendung werden sich Spieler im Studio mit Nutzern der App messen. Und immer wenn sich ein Phänomen aus dem (immer weniger) schattigen Umfeld der Mobile Games ins Licht der Öffentlichkeit schiebt, horche ich auf. Es ist immer ein Zeichen dafür, dass sich eine Branche, die vor gar nicht allzu langer Zeit belächelt wurde weiter etabliert. 

QuizDuell ist ein ähnliches Phänomen wie Flappy Bird vor wenigen Wochen, denn es eroberte (und tut es immer noch) die Massenmedien. Genau wie bei Flappy Bird (dem ich ja eher kritisch gegenüber stehe) steckt keiner der "großen" Publisher dahinter. Das ist toll, denn genau solche Erfolgsgeschichten braucht der App Store. Sie vermitteln das (zwischenzeitlich abhandgekommene) Gefühl, dass JEDER es schaffen kann, dort Erfolg zu haben. 

QuizUp-Startseite: Oha, das hat Coca Cola bestimmt was gekostet...
QuizDuell ist dabei nicht die schönste App. Und im Gegensatz zum Fall Flappy Bird, in dem ein schlechtes Spiel noch viel schlechtere Klone nach sich zog, gibt es seit noch nicht allzu langer Zeit eine durchaus gut aussehende Konkurrenz, die sich QuizUp nennt und auch schon über 9 Millionen Nutzer allein auf iOS hat. Die gesamte App und die UI-Elemente sehen deutlich schöner aus, der Umfang ist größer mit sehr speziellen Fragekategorien, in denen man sich austoben kann und (für den Nutzer) das Beste: diese App ist werbefrei und verfügt über alle Funktionen im Gegensatz zum Quizduell. Der Entwickler versucht eine andere Motivation der Kunden zu nutzen, um Geld zu verdienen: jedes Duell in einer Kategorie bringt dem Spieler XP. Sammelt er genügend davon, steigt er eine Stufe auf und sammelt weiter. Nach 10 Stufen gewinnt er einen Titel, den er quasi als Namenszusatz mit sich herumtragen kann. Da das Sammeln immer länger dauert, kann man sich monatliche Multiplikatoren kaufen, die die gesammelten Erfahrungspunkte verdoppeln, verdreifachen oder vervierfachen. Das ist zwar kein "pay-to-win", aber immerhin ein "pay-to-impress". Aus Business-Sicht ist das ein interessanter Ansatz, ob er wirklich aufgeht, das kann ich nicht beurteilen. In den (deutschen) Charts der umsatzstärksten Apps taucht QuizUp zumindest nicht auf…

Bring it on, Darius... 
Und ganz verschweigen kann und will ich die große Crux dieses Spieles auch nicht: es ist zwar toll, dass man in seiner Landessprache spielen kann, aber die Fragen sind (oft) grauenhaft übersetzt worden. Über reine Rechtschreibfehler kann man sicherlich hinwegsehen, doch wenn "Square" in einer Frage über die Final Fantasy-Spiele als "Viereck" übersetzt wurde oder "Der weiße Hai" als Bondgegner gehandelt wird, dann ist zumindest mein Verständnis ein wenig aufgebraucht. An der einen oder anderen Stelle entstehen Zweifel an der Richtigkeit der Fragen, die durch solche Böcke weiter genährt werden.

War wohl nix... 
Ein weiterer Nachteil des Quiz-Herausforderers: will man sich in einer bestimmten Kategorie nach vorne spielen, dann wiederholen sich die Fragen relativ schnell. So kann es dann eine ziemlich langweilige Tortur werden, sich durch die immer wieder gleichen Fragen zu kämpfen.

Nichtsdestotrotz kann ich allen Quizzen diese App empfehlen. Wer mag, kann mich zu einer Runde in der Kategorie "Nintendo" herausfordern. Meinen Titel als "Super Mario Bro" habe ich mir vor kurzem erst erspielt, zieht euch also warm an! :)

Bis die ersten Herausforderer (QuizUp gibt es auch für Android, also keine Ausreden!) eintrudeln, drücke ich dem TV-Experiment QuizDuell die Daumen und freue mich (unbekannterweise) für die Entwickler, die dabei mithelfen, dass Mobile weiter in aller Munde ist. Eine sehr erfreuliche Entwicklung. Die Sendung heute kann ich übrigens selbst gar nicht sehen (da bin ich noch im Büro und arbeite hoffentlich an einer kommenden Erfolgsgeschichte), aber ich bin schon gespannt, wie sie ankommt. Ihr schaut doch alle fleißig, oder? Immerhin gibt es (für alle Teilnehmer) "echtes" Geld zu gewinnen.

Dienstag, 15. April 2014

Jetzt wird's politisch! - FBKDW: Flappy Obama vs. Putin

Kann man auch politische Meinungen mit Flappy Bird vertreten? Eine bessere Welt dank Flappy Bird? Scheinbar glaubt zumindest der Entwickler Small Success (sic!) daran und veröffentlichte "Flappy Obama vs. Putin - A bird parody of presidential proportions!". Was war wohl das Kalkül dahinter? Ab in den Feuilleton? Vielleicht. Der Spieler steuert hier die Kopfkarikatur von Barack Obama durch ein spielerisches Minenfeld. Genauer gesagt sind es Raketen, die hier die Röhren ersetzen. Und um den Spieler nicht zu verwirren (oder um "aufwendige" Animationen zu sparen?), flattert hier nichts. Weder Flügelchen noch die Segelohren von Obama.

Dieser Splash-Screen verspricht viel zu viel Qualität

Hier ist nichts animiert. Sieht man auf einem Screenshot jetzt natürlich nicht...

Das Ganze klingt jetzt natürlich hochbrisant und hochspannend. Na klar: Politik in Verbindung mit dem (anscheinend) besten Spiel der Welt? Was kann da schon schief gehen? Leider so einiges. Steuerte sich das "Original" auch schon eher mittelmäßig, ist die Steuerung hier eine Katastrophe von "präsidialen Ausmaßen". Jeder Tap auf den Screen führt dazu, dass sich der Kopf viel zu wenig in die Lüfte stemmt. Das führt dazu, dass man wie wild drücken muß, um ihn in der Luft zu behalten. In einer halbwegs kalkulierten Höhe zu fliegen ist so gleich ganz unmöglich. Konsequenterweise kollidiert man auch schon eine gefühlte Kopfbreite zu früh mit den Raketen. Genau so konsequent ist, dass mein Highscore bei satten 2 liegt. Folgerichtig ist diese Parodie (?) unspielbar. Oder gehört das vielleicht auch zur Parodie? Krieg ist kein Spaß? Politik ist kein Spaß? Bevor ich aus dieser in wenigen Tagen zusammengeschraubten App zu viele Schlüsse ziehe, sollte ich aufhören, sie zu interpretieren. Dieses Spiel macht keinen Spaß. Das kann ich guten Gewissens und ohne Interpretationsspielraum sagen. 

Wertung:
99 Luftballons und 1 Benzinkanister 

Freitag, 11. April 2014

FBKDW: Fall Out Bird - FREE

Hat man es als Band eigentlich geschafft, wenn man zur Promotion eines neuen Albums bzw. einzelner Songs in einen Flappy Bird - Klon programmiert wird? Oder ist es vielleicht eher ein schlechtes Zeichen? Vor allem, wenn diese Promo-App die gleichen Werbebanner wie das Original (das Wort geht mir in Bezug auf Flappy Bird immer noch nicht leicht über die Lippen) anzeigt. Haben die solche Einnahmen nötig? Und überhaupt: wie Rock and Roll ist das eigentlich? Immerhin heißt das aktuelle Album dieser Band "Save Rock and Roll". 

Voll rockiges Hauptmenü...

Hier gibt es eine "klassische" Flappy Bird - Mechanik und nicht so einen experimentellen Quatsch wie in Jumpy Bird. Also weg mit den Skateboards und her mit den Flügeln. Gesteuert wird ein Hybrid aus Vogel und Fall Out Boy - Bandmitglied. Diese genetische Mutation ist enorm wechselhaft, ändert sich der Kopf doch mit jedem Durchgang. Die Röhren wurden ebenso innovativ durch Gitarrenhälse ersetzt. Und dann geht es ab! Zur fetzigen Rockmusik von Fall Out Boy flattert man bis zum unweigerlichen Tod. Aber das kennt man ja. Allerdings fällt hier auf, dass die Musik ganz schön nervt. Zumindest mich. Zumindest in diesem Kontext.

Gleich knallts...

War die Musik schon immer so nervig? Ich habe doch 2 CDs von denen. Hmmmm… Wenn man sich nicht traut, seine FOB(Checker nennen die so)-Alben aus dem Schrank zu holen, ist das dann vielleicht ein Anti-Werbespiel? Weiß ich nicht. Aber immerhin kann man jetzt den Sound deaktiveren. Das musste der Entwickler nachpatchen. Steht in den Update-Logs. Wird es also doch Beschwerden gegeben haben. Ach, und der Link, mit dem man den "Titeltrack" dieses Spiels kaufen kann funktioniert bei mir nicht. Ist vielleicht auch besser so…

Wertung:
1 Radioactive Man und 4,5 Kernschmelzen

P.S.
Um dieses Spiel zu finden, muß man tatsächlich nach "Fall Out Bird - FREE" suchen. "Fall Out Bird" ist ein anderes Game. Es gibt echt keinen Anstand mehr in diesen App Stores...

Mittwoch, 9. April 2014

FBKDW: Skater Jumpy Bird by Flappy Fun Games

Der Hype um Flappy Bird ist wohl so langsam vorbei, doch was bleibt sind die unzähligen Klone / Kopien / Variationen dieses Spieles, die die App Stores dieser Welt immer noch bevölkern. Jedes ein Traum vom schnellen Geld für wenig Arbeit. Bei den meisten ist der Traum wohl nicht in Erfüllung gegangen, aber immerhin gibt es so viele Spiele dieser Art, dass man jeden Tag ein neues davon spielen kann. Ob die wohl alle was taugen? Das kann man im neuen Forschungsfeld "Flappy Bird - Klone dieser Welt" (kurz FBKDW) herausfinden. Aber da sollte man schon ziemlich hartgesotten sein, denn ein Genre, in dem "Flappy Bird" der Primus ist, dem nachgeeifert wird, birgt allerlei Ausfälle. Wetten?

"Skater Jumpy Bird by Flappy Fun Games" (Name im App Store; wofür gibt es noch mal die Möglichkeit Keywords einzutragen?) versucht zumindest eine Neuerung einzubauen. Der Vogel fliegt nicht, sondern er skatet. Dies tut er auf langen Beinen, die auf dem Board festgetackert sind. Wer jetzt vielleicht denkt: "Skaten? Cool, ist das hier vielleicht ein modernes Tony Hawk?", der wird natürlich enttäuscht. Tatsächlich springt man durch Röhren, die allerdings nichts mit einer Half-Pipe zu tun haben. Stattdessen sind es mal wieder Röhren, die sich das "Original" Flappy Bird aus dem Super Mario - Universum entliehen hat, dieses mal sind sie nicht grün, sondern silber. 

Wunderschöner Font im Hauptmenü, oder nicht?
Wo wir gerade beim "Original" sind: Flappy Bird besticht durch eine Kollisionsabfrage aus der Hölle. Das minimalste Streifen einer solchen Röhre führte da zum Game Over. "Jumpy Bird" (so heißt dieses Spiel laut Hauptmenü) setzt da noch einen oben drauf: es ist beinahe unspielbar. Denn neben einer ebenso krassen Kollisionsabfrage ist das Sprungverhalten der Figur noch deutlich schlechter kontrollierbar. Heißt das jetzt, dass das Spiel noch mehr Spaß macht? Macht es genau so süchtig? Ein Druck auf den Game Center - Knopf zeigt, dass im Moment knapp 400 Leute das Spiel zumindest ein Mal gespielt haben und der High-Score bei 22 liegt. Meiner liegt bei 6 und ich habe nicht vor, diesen noch zu erhöhen.

Gleich knallts wieder...
Wo liegt die Grenze zwischen Frustresistenz und Stupidität? Um dieses Exemplar länger als 5 Minuten zu spielen sind beide Attribute von Vorteil. Mein Gefühl sagt mir, dass mehr von letztgenanntem hilfreich wäre, denn wenn ich z.B. an frustresistente Dark Souls - Spieler denke, dann ist "Jumpy Bird" schon ein anderes Kaliber. Auch wenn sich die Optik deutlich an Flappy Bird orientiert gibt es hier nicht nur Werbebanner, sondern zusätzlich auch noch Interstitials. Aus dieser Sicht bietet Jumpy Bird also tatsächlich mehr als Flappy Bird. Gratulation! Und so hat sich das Spiel folgende Wertung verdient:

13 Ollies und eine halbe Röhre

Freitag, 7. März 2014

Ice Hockey - 2 Buttons für ein Halleluja!

Angebote, wie die Virtual Console der tollen (und immer noch arg unterschätzten) Wii U bieten immer mal wieder die Möglichkeit in der spielerischen Vergangenheit zu schwelgen. Um das mal vorweg zu nehmen: ich finde, es geht nichts darüber, die Spiele von früher auf der "echten" Hardware mit den echten Gamepads und idealerweise auf einem Röhrenfernseher zu genießen. Dennoch sind Angebote wie die Virtual Console toll, man ist nur einen Knopfdruck und einen kleinen (das ist natürlich Ansichtssache) Obolus entfernt von dem schönen Retro-Trip seiner Wahl.

Ice Hockey. Nuff said.
Mich hat vor wenigen Tagen "Ice Hockey" verführt, ein Sportspiel vom Nintendo Entertainment System, das ich damals (also ca. vor 26 Jahren) mit meinem damaligen Freundeskreis exzessiv gespielt habe. Mit den allerbesten Erinnerungen im Hinterkopf habe ich das Spiel gleich am ersten Abend nach Release geladen und meine Freundin überredet, es mit mir zu spielen. Ich dachte mir, dass das eigentlich was für uns sein müsste, da es im Gegensatz zu heutigen Sportspielen mit 2 Knöpfen auskommt (passen und schießen) und somit sehr zugänglich ist. Kurz gesagt: es gefällt ihr nicht. So beließen wir es bei einer Partie. Nun weiß ich von früher, dass es eigentlich auch kein Spiel ist, das man ausgiebig gegen den Computergegner spielt, daher liegt es seitdem auf der Festplatte meiner Wii U. Schade.

Spielerauswahl und Unordnung vor meinem Fernseher...
Dennoch finde ich es bemerkenswert, wie sich der Umgang mit Sportspielen in den letzten Jahren geändert hat. Damals gab es eben ein "Ice Hockey". Und keinen Grund, mir im Folgejahr ein neues anzuschaffen. Klar, es hat keine Spielernamen (sondern die nicht unclevere Spielerauswahl "dünn" = schnell / schwach, "mittel" und "schwer" = langsam / stark) oder echte Vereine. Also auch keinen Grund, eine marginal veränderte Version zu verkaufen, so wie es EA seit Jahren regelmäßig macht. Einige Zeit später kam auf dem NES noch "Blades Of Steel" heraus, ein weiteres Eishockey-Spiel, dieses Mal von Konami. Es hätte mich zwar gereizt, doch ich hatte ja schon "mein" Eishockey-Spiel. Und es hatte sich dank seines einfachen, balancierten und schnellen Gameplays in meinem Freundeskreis etabliert. Keine Chance für das Konkurrenzprodukt.

Spielfeld für jede Menge Spaß. Damals zumindest...
Und wie ist es heute? Jedes Jahr kommt eine leicht veränderte Version des Sportspiels seiner Wahl heraus. Zum Vollpreis versteht sich. Egal ob Fußball, Eishockey oder Basketball: jedes dieser Spiele ist mittlerweile enorm komplex. Vorbei die Zeit der 2 Tasten. Die aktuellen Controller mit ihren mehr als 10 Buttons reichen zum Teil schon nicht mehr aus, so dass Buttonkombinationen genutzt werden müssen für Spezialbewegungen der Spieler. Diese Games wirklich zu meistern und zu beherrschen ist viel schwieriger geworden, das merkt man spätestens, wenn man sich online ausprobiert und von einem "echten" Meister gedemütigt wird. Da wird einem sogleich das Gefühl des Könnens pulverisiert, das man sich mühsam gegen Computergegner erspielt hat

Nix FIFA... Auch Super Soccer macht Fußball-Träume wahr!
Ich bin kein ewig Gestriger. Keinesfalls. Mir ist klar, dass "Ice Hockey" viel begrenzter ist als ein FIFA oder NHL von heute. Dennoch vermisse ich ein wenig die pure Freude am Spiel. Und diese Naivität, mit der Spiele ganz einfach getauft wurden. Da gab es ein "Golf" oder ein "Pinball" oder eben ein "Ice Hockey". Heute müssen Kürzel und Jahreszahlen dabei sein. Früher gab es "Soccer" oder Jahre später "Super Soccer" (weil fürs SUPER Nintendo). Irgendwie logisch. Irgendwie vorbei die Zeit. Vielleicht überkommt es mich ja mal und ich lade meine ganzen Freunde von früher ein und wir spielen mal wieder ein Turnier. Ob wir es wohl noch drauf haben? Ob die anderen noch ihre Haare haben?